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Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern schließen!

120 BesucherInnen haben am 18. März zum equal pay day im Verlagshaus der MZ die Ursachen für die weiterhin bestehende Lohnlücke von 21% diskutiert.

Frauen verdienen im Schnitt immer noch 21% weniger als Männer. Diese Lohnlücke hält sich seit Jahren hartnäckig. Nur die Einführung des Mindestlohns hat ein wenig an der Statistik gerüttelt. Viele kritisieren die sogenannte “unbereinigte Lohnlücke”, die alle Verdienste von Männern mit allen Verdiensten von Frauen vergleicht: schließlich würden Frauen öfters in Teilzeit oder in schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen arbeiten. Das allerdings ist alles andere als ein individuelles Problem einzelner Frauen, sondern hat eine Vielzahl gesellschaftlicher und kultureller Ursachen. Diese zu kennen, bedeutet auch, Anhaltspunkte dafür zu haben, wie die Lücke verkleinert werden kann, so Prof. Dr. Katrin Auspurg von der LMU München, in ihrem Eingangsstatement.

Sie diskutierte im Folgenden mit Frau Prof. Dr. Martina Müller-Schilling, Dirketorin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Regensburg, Uwe Lübbermann, zentraler Moderator des Premium Kollektivs Hamburg und Rico Irmischer, Kassierer und Geschäftsführer der IG Metall Regensburg, auf dem Podium verschiedenste Gründe und Gegenmaßnahmen. Moderiert wurde die Diskussion von Angelika Sauerer (Mittelbayerische Zeitung).

Rico Irmischer betonte, dass es für mehr Gerechtigkeit eine gesamtgesellschaftliche Bewegung brauche. Immerhin ist der Lohnabstand in tarifgebundenen Betrieben deutlich kleiner, da Tarifverträge nicht nach Geschlecht unterscheiden. Uwe Lübbermann erklärte, er sei zwar Geschäftsführer, würde aber weniger verdienen als andere in seinem Kollektiv, da sich die Löhne im Betrieb danach richten, wer mehr benötigt. Wer Kinder hat, bekommt demnach z.B. 2€ mehr pro Stunde. Insgesamt lieferten die Podiumsteilnehmer sehr viele Impulse, was getan werden könnte. Frau Prof. Dr. Martina Müller-Schilling wies auch darauf hin, wie wichtig es sei, einen Partner zu haben, der die eigene Karriere unterstützt. Dass die Gesellschaft lediglich Arbeit, die Mehrwert schaffe, entsprechend hoch belohnt, sahen alle kritisch. Die Diskussion wurde zusätzlich bereichert von Frauen aus dem Publikum, die sich mit vielen klugen Beiträgen in die Diskussion einschalteten.

Abgerundet wurde der Abend mit Musik der Band “Zack-Glück”, die Männer- und Frauenklischees aufs Korn nahmen. Insgesamt war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Organisiert wurde sie von einem breiten Bündnis, initiiert von den Business professional women (BPW), an dem sich auch die IG Metall Frauen beteiligten. Die Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und die Landrätin Tanja Schweiger übernahmen die Schirmherrschaft.