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Staedtler darf nicht stiften gehen! Demo für Tarifbindung in Nürnberg

„Staedtler droht seinen guten Ruf zu verspielen. Der Ausstieg aus dem Tarifvertrag ist der soziale Sündenfall“, so Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Über 300 Beschäftigte von Staedtler, davon 75 aus Neumarkt, sowie weiteren Firmen der fränkischen Bleistiftindustrie, protestierten am Dienstag an der Straße der Menschenrechte in Nürnberg. Sie forderten sie das Unternehmen auf, Mitglied der Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie zu bleiben.

Hintergrund der Aktion ist, dass die Firma Staedtler mit ca. 1.300 Beschäftigten an drei Standorten in Nürnberg, Sugenheim und Neumarkt in der Oberpfalz zum Jahresende aus der Tarifgemeinschaft aussteigen möchte. Durch den Austritt Staedtlers droht die gesamte Tarifgemeinschaft auseinanderzubrechen, zu der auch die Firmen Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Lyra gehören. Insgesamt sind in der Tarifgemeinschaft 4.700 Beschäftigte repräsentiert.

Mit dem Ausstieg drohen den Beschäftigten geringere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen. Zu den tariflichen Standards der Bleistiftindustrie gehören unter anderen 75 Prozent Urlaubsgeld, 85 Prozent Weihnachtsgeld, 36-Stunden-Woche, Zuschläge für Mehrarbeit und Feiertagsarbeit, regelmäßige kollektive Entgeltsteigerungen.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, forderte Staedtler auf, im Verband zu bleiben. „Im Wort Tarifvertrag steckt das Wort vertragen. Der Betriebsfrieden hängt davon ab. Wenn Staedtler sich nicht vertragen will, sind wir auch zu Streit bereit“, so die abschließende Botschaft des IG Metall Bezirksleiters.